Schriesheim „Madonnenberg“ 1

Ausgangslage:
In dieser markanten Steilhanglage des Madonnenbergs waren die schmalen und verwinkelt zugeschnittenen Grundstücke früher als Weinberge und Gärten mit Obstbestand genutzt, lagen aber bis vor wenigen Jahren größtenteils schon seit langem brach. In der Folge konnten sich Brombeere und Goldrute breit machen, beides Pflanzen, die sehr konkurrenzkräftig sind und anderen Bewuchs verdrängen. Dies betrifft zum Beispiel besonders blütenreiche Wiesen und Magerrasen, die den Oberhang prägten, sowie Tier- und Pflanzenarten wie Pechnelke oder Neuntöter, die an diese Lebensräume gebunden sind. Aber auch markante Trockenmauern wurden überwuchert, womit sie z.B. ihre Eignung als Lebensraum für die Mauereidechse verloren.

Entwicklungsziel:
Die markante Steilhanglage sollte wieder entbuscht und in Pflege genommen werden. Magerrasen und blütenreiche Wiesen sollten gefördert werden. Trockenmauern sollten wieder voll zur Geltung kommen. Im Unterhangbereich sollten Obstbaumpflanzungen erfolgen. Mit der Maßnahme soll der Madonnenberg insgesamt auch in seiner Rolle als Kern des Verbundsystems wärmegeprägter Biotope entlang der Bergstraße gestärkt werden.

Umsetzung:
Im Rahmen einer öffentlich bekannt gemachten Aktion wurden im November 2015 markante Trockenmauern freigestellt. Durch Freischneiden von Gassen im Dickicht wurde die Aufstellung von Weidezäunen für die Beweidung vorbereitet. Wenig später wurde die Beweidung mit Ziegen aufgenommen, mit der die Flächen dauerhaft offen gehalten werden sollen. Die Maßnahme wurde zunächst auf Flächen im Eigentum des Landes bzw. der Stadt Schriesheim begonnen. Auf den Flächen der Stadt Schriesheim wurden einige Obstbäume neu gepflanzt.
Im Februar 2019 wurde im Rahmen einer Aktion mit ehrenamtlichen Helfern die Einbeziehung von Nachbarflächen vorbereitet. Im Zuge dieser Maßnahme wurden auf einem kleinen Grundstück von 470 Quadratmetern 3 Tonnen Schrott und große Mengen Müll entsorgt. Anfang 2023 hat das Land für Naturschutzzwecke dieses Grundstück angekauft, das sich für die Förderung seltener Vogelarten besonders eignete und seitdem durch die Naturschutzbehörde des Rhein-Neckar-Kreises in Zusammenarbeit mit dem Landschaftserhaltungsverband mit diesem Ziel entwickelt und gepflegt wird. Teil dieser Maßnahmen ist auch der Neubau einer Trockenmauer entlang des Blütenwegs, den der Verein Blühende Bergstraße angeregt hatte und durch die Vermittlung des Grundstücks ermöglichte.

Finanzierung:
Stadt Schriesheim
Naturschutzverwaltung (Naturschutzfläche des Landes)

Partner der Umsetzung:
Fridolin Scharm, Schriesheim (Landschaftspflege, Ziegenbeweidung),
Aktionsgruppe Schriesheim
Naturschutzbehörde & Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar-Kreis