Besonders in Steilhanglagen erfolgt die Offenhaltung der Landschaft durch Beweidung. Dabei unterscheiden sich die Weidetiere maßgeblich in ihrem Fressverhalten und werden dementsprechend mit unterschiedlichen Schwerpunkten eingesetzt.
Ziegen sind besonders geeignet für die Anfangspflege in verbuschten Flächen, da sie gerne Gehölze befressen und auch deren Triebe verbeißen sowie junge Stämme schälen. So werden Sträucher und Baumjungwuchs wirksam zurückgedrängt und machen Platz für die Ansiedlung von Gräsern und Kräutern. Flächen in der Anfangspflege der ersten Jahre sehen oft nicht „ordentlich“ aus. Brombeere und Gehölzwuchs lassen sich effektiver zurückdrängen, wenn sie übers Jahr im verbissenen Zustand stehen bleiben, statt abgemäht oder geschnitten zu werden.
Schafe sind besonders geeignet für die Pflege von Flächen, auf denen sich bereits Gräser und Kräuter etabliert haben. Sie befressen zwar auch Brombeere und Sträucher, jedoch vor allem die Blätter und weniger stark die Triebe, was allerdings auch sehr von der Rasse abhängig ist. Idealerweise werden sie daher nach den ersten Jahren mit Ziegenbeweidung eingesetzt. Sie sind für die Unterweidung in Streuobstwiesen besser geeignet als Ziegen, da die Gefahr wesentlich geringer ist, dass sie die Obstbäume schädigen. Jungpflanzungen brauchen innerhalb einer Weidefläche immer einen Schutz. Bei Schafen ist dies üblicherweise ein Dreibock. Bei Ziegenbeweidung muss ein größerer Bereich um den Stamm als Vierbock abgezäunt werden.
Rinder kommen vor allem in größeren zusammenhängenden Weideflächen zum Einsatz, die Wiesen einschließen. In unserem Projektgebiet können nur anspruchslosere Rinderrassen zum Einsatz kommen. In Hanglagen sind kleinwüchsigere Rassen erforderlich, die geringere Trittschäden verursachen.