Schriesheim „Baret“

Ausgangslage:
In der Hanglage oberhalb des Blütenwegs waren etliche Grundstücke in flächigem Zusammenhang brachgefallen. Goldrutenbestände und Brombeergestrüpp machten sich breit. Der Obstbaumbestand ist überaltert und verwahrlost. Auch unterhalb des Blütenwegs waren bzw. sind bereits etliche Grundstücke aus der Nutzung gefallen.
Der Blütenweg war teils beidseitig von sehr hohen Nadelbaumhecken eingefasst.

Entwicklungsziel:
Ziel ist die Wiederentwicklung eines flächenhaft zusammenhängenden Wiesengebiets mit Streuobstbestand oberhalb des Blütenwegs als wertvolles Landschaftselement und Bindeglied im Biotopverbund der Bergstraße.
Unterhalb des Blütenwegs ist das Ziel, die brachgefallenen Grundstücke über die Grundstücksbörse an neue Nutzer zu vermitteln. Die Nadelbaumhecken am Blütenweg sollten entfernt werden, um den Blütenweg auch in diesem Abschnitt wieder attraktiver zu gestalten und das Landschaftserleben zu ermöglichen.

Umsetzung:
Im Dezember 2018 fand ein großer Arbeitseinsatz statt: Ehrenamtliche Helfer bereiteten die Beweidung der Brachflächen oberhalb des Blütenwegs vor, indem Gassen für das Aufstellen von Weidezäunen freigestellt wurden und landschaftsfremde Nadelgehölze aus einem früheren Baumschulgelände beseitigt wurden. Parallel begannen Eigentümer und Helfer, die Nadelbaumbestände am Blütenweg zu beseitigen. Im Weiteren wurde die Beseitigung der Nadelbäume auf die gesamten Grundstücke unterhalb des Blütenwegs ausgedehnt und mit Forstmaschinen unterstützt. Auch in den oberen Hanggrundstücken wurden nicht heimische Gehölze entfernt.
Die Beweidung der Pflegefläche wurde 2019 aufgenommen und durch weitere Arbeitseinsätze unterstützt. Aufwändig war insbesondere die Räumung von alten, oft verfallenen Zäunen. Die Entwicklung der Weidefläche erfolgt bewusst in der Weise, dass die Flächen nicht nach jedem Weidegang abgemäht werden. Vielmehr ist Teil des Konzepts, die Langtriebe über den Sommer hinweg stehen zu lassen und durch stetiges Befressen wirksamer zu schwächen als bei einem glatten Schnitt, der zu stärkerem Neuaustrieb anregen würde. Zunächst steht die Wiederentwicklung von artenreichen Wiesen im Vordergrund. Teilweise haben sich typische Wiesenpflanzen aus noch vorhandenen Samen im Boden oder aus Samenübertragung aus Nachbarflächen von selbst eingestellt.
Im Gebiet sollen auch weiterhin Gebüschgruppen und Brachstreifen erhalten bleiben. Auch sie sind für die Artenvielfalt wichtig. Sie haben allerdings in den letzten Jahrzehnten über Hand genommen und sich flächenhaft ausgebreitet, so dass man sie wieder auf kleinflächige Bestände und lineare Säume zurückführen muss.
Im Herbst 2022 hat der Verein Blühende Bergstraße neue Obstbäume gepflanzt. 

Finanzierung:
Stadt Schriesheim (Beweidung)
Verein Blühende Bergstraße (Obstbaumpflanzung)
Naturschutzverwaltung (Fördermittel)

Partner der Umsetzung:
Fridolin Scharm, Schriesheim (Ziegenbeweidung, Gehölzarbeiten),
Jens Klemm, Laudenbach (Obstbaumpflanzung, Zaunräumung)
Aktionsgruppe Schriesheim (Schriesheimer Jäger, ehrenamtliche Helfer)
Familien Diemer und Heckmann